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Die Schulen der frü­heren Bau­er­schaften Schröt­ting­hausen, Nie­der­dorn­berg und Dep­pen­dorf

 

Anno 1753 be­gann es auf einem Bauernhof

Die Schul­ge­bäude

Schul­ge­meinde, Schul­status und Schul­or­gane

Die Lehrer

Aus dem Schulalltag

 

Anno 1753 be­gann es auf einem Bau­ernhof

Lehrer Großen­heider war der erste Schul­meister in Schröt­ting­hausen bzw. Dep­pen­dorf (11) Das geht aus der "Chronik der Schule zu Dep­pen­dorf" hervor, die am 2. Ja­nuar 1876 vom Lehrer Prinzlau be­gonnen und im Jahre 1925 vom Lehrer Blo­ten­berg mit fol­gendem Text er­gänzt wurde:

 "Im Jahre 1753 fing Großen­heider an, in dem Hause des Ko­lons Be­cken­dorf in Schröt­ting­hausen und darauf in Hechts Kotten Schule zu halten."

Der Hof Be­cken­dorf trägt heute die An­schrift "Hil­le­brand, Schröt­ting­hauser Straße 250". Hechts Kotten hat jetzt die An­schrift "Klos, Schröt­ting­hauser Straße 265". Er ist nach meh­reren Um­bauten kaum noch als ehe­ma­liges Heu­er­lings­haus zu er­kennen.

In der Schulchronik heißt es weiter: "I775 kaufte Lehrer Großen­heider vom Vor­werk Dep­pen­dorf den Baum- und Lust­garten und baute darauf 1776 ein Haus. Hin­fort un­ter­rich­tete er nun darin."
Das Ge­bäude steht heute noch und führt unter Ein­hei­mi­schen wei­terhin den Namen "Alte Schule". Im Tor­bogen steht die In­schrift:
"Anno 1776 den 21. Ok­tober haben der Schul­meister Jo­hann Chri­stoffer Großen­heider und seine Ehe­frau Anna Eli­sa­beth En­gels dieses Haus bauen und auf­richten lassen. - Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein; sind doch mehr, die bei mir sind, als die wider uns sind."

Weiter ist in der Schulchronik zu lesen: "Über dem frü­heren ge­son­derten Ein­gang in die Klasse, die auch darin ge­legen, doch viel mehr Fenster ge­habt, steht: "Weide meine Lämmer."

 

1753 Hof Be­cken­dorf Schröt­ting­hauser Str. 250
1753 - 1776 Hechts Kotten Schröt­ting­hauser Str. 265
1776 - 1823 Schule Dep­pen­dorfer Str. 133, heute Wurst­horn
1823 - 1894 Schule Dep­pen­dorfer Str. 151, heute Mils­mann
1894 - 1966 Schule Dep­pen­dorfer Str. 147, heute Bil­dungs­zen­trum Alte Schule

Die Schulen Schröt­ting­hausen Ost und West 1892 - 1960 wurden 1960 zur Schule Schröt­ting­hausen-Dep­pen­dorf, Horst­kot­ter­heide 22 in Schröt­ting­hausen zu­sam­men­ge­führt.

 

Die Schul­ge­bäude

Der Hof des Bauern Be­cken­dorf, in dem der Lehrer Großen­heider 1753 den ersten Schul­un­ter­richt gab, ist seit 1556 nach­weisbar, tat­säch­lich be­stand er aber schon vorher. ( 15)

Wahr­schein­lich hat Bauer Be­cken­dorf dem Lehrer Großen­heider die Un­ter­kunft für seine Schüler nur ge­währt, damit der Schul­be­trieb an­laufen konnte, denn nach we­nigen Mo­naten wurde die Schule in Hechts Kotten ver­legt. Er liegt nur we­nige hun­dert Meter vom Hof Be­cken­dorf ent­fernt und trug früher die Haus­nummer 10 c. Der Klein­buch­stabe c lässt er­kennen, dass das Haus zum Hof Schröt­ting­hausen Nr. 10 (Hecht) ge­hörte. Heute trägt dieser Hof die An­schrift "Pöt­ting Schröt­ting­hauser Straße 280"

22 Jahre später er­stei­gerte Lehrer Großen­heider im Jahre 1775 den "Baum- und Lust­garten des Vor­werks Dep­pen­dorf' auf Erb­pacht, um dort ein neues Wohn­haus mit Schul­raum zu bauen. Fried­rich der Große hatte die Ver­stei­ge­rung des Vor­werks (eine Staats­do­mäne) an­ge­ordnet. Er wollte damit etwa zwanzig Ar­rö­dern (Neu­bauern) eine Exis­tenz ver­schaffen. Dar­unter war auch der Lehrer Großen­heider. Da­mals war es nicht un­ge­wöhn­lich, dass Lehrer ihre Schul­räume auf ei­gene Rech­nung bauen ließen. (6)

Auf dem er­stei­gerten Grund­stück er­stand 1776 das ge­plante Wohn­haus mit Schul­raum. Dort un­ter­rich­tete Lehrer Großen­heider Schüler aus den Bau­er­schaften Dep­pen­dorf, Nie­der­dorn­berg und Schröt­ting­hausen. Das Haus er­hielt die Haus­nummer 18 in Dep­pen­dorf.

Als die Schü­ler­zahl in Dep­pen­dorf, Nie­der­dorn­berg und Schröt­ting­hausen zu Be­ginn des 19. Jahr­hun­derts auf über 200 an­stieg, wurde das Schul­haus zu klein. Die Schul­ge­meinde ent­schloss sich 1823, eine neue Schule zu bauen. Sie er­hielt die Haus­nummer 20 und stand auf dem Grund­stück, das jetzt die An­schrift "Dep­pen­dorfer Straße 149" trägt. Der Tor­bogen hatte die In­schrift: "Unter Lei­tung der Herrn Land­räte von Bor­ries, von der Deken, des Herrn Su­per­in­ten­denten Scheer, des Herrn Be­amten Haase und des zei­tigen Schul­leh­rers Herrn Großen­heider ist dieses Schul­haus von den In­ter­es­senten des Dep­pen­dorfer Schul­be­zirks zur Ehre Gottes und Bil­dung der Ju­gend frei­willig neu ge­baut und auf­ge­richtet, den 20. Sep­tember 1823." Der ge­nannte Lehrer Großen­heider war ein Sohn des be­reits ein­gangs er­wähnten Leh­rers Großen­heider. Da­mals ver­erbte man Schul­meis­ter­stellen recht häufig in­ner­halb der ei­genen Fa­milie. (6)

In der neuen Schule stieg die Schü­ler­zahl bis 1892 auf etwa 300 Schüler an. Das Schul­haus wurde wieder einmal zu klein. Des­halb ent­schloss sich die Ge­meinde Schröt­ting­hausen, für ihre Schüler zwei ei­gene Schulen zu bauen, die Schulen Schröt­ting­hausen-Ost (heute Schröt­ting­hauser Straße 224) und Schröt­ting­hausen-West (heute Sud­hei­deweg 4). Da­durch wurde die Schü­ler­zahl in der Dep­pen­dorfer Schule auf etwa 130 ver­rin­gert.

Die Gründe dafür, dass sich Schröt­ting­hausen aus der Schul­ge­meinde Dep­pen­dorf löste, sind viel­fältig. Schröt­ting­hausen hatte da­mals 128 Fa­mi­lien, Nie­der­dorn­berg-Dep­pen­dorf aber nur 92. Schröt­ting­hausen zahlte zwei Drittel der Schul­steuern, Nie­der­dorn­berg-Dep­pen­dorf nur ein Drittel. Trotzdem war Schröt­ting­hausen im Schul­vor­stand schwä­cher ver­treten. Vorher hat es zwar nie Klagen dar­über ge­geben, die Stimm­ver­tei­lung war aber wenig ein­leuch­tend. Wahr­schein­lich wollte Schröt­ting­hausen (das da­mals als reiche Ge­meinde galt und viel­leicht sogar die reichste in der Graf­schaft Ra­vens­berg war, wie in der Schulchronik ver­merkt ist) die Ge­le­gen­heit nutzen, sich vom klei­neren Partner Nie­der­dorn­berg-Dep­pen­dorf zu trennen. Dafür war man in Schröt­ting­hausen be­reit, ohne Bei­hilfe des Staates zwei Schulen zu bauen und auch zwei Schul­meister zu be­solden.

Vor Bau­be­ginn gab es noch man­chen Ärger. Die Re­gie­rung for­derte, Wohn- und Wirt­schafts­ge­bäude ge­trennt zu bauen, damit der Lehrer ein Stück Land be­wirt­schaften und auch Schweine, Hühner und eine Ziege halten konnte. Das wurde vom Schröt­ting­hauser Schul­vor­stand aber ab­ge­lehnt, weil es in Ra­vens­berg üb­lich sei, dass Mensch und Tier unter einem Dach lebten. Als Kom­pro­miss wurde ver­ein­bart, die Leh­rer­woh­nung im Dach­giebel ein­zu­planen und das Erd­ge­schoss so zu teilen, dass auf einer Seite das Klas­sen­zimmer und auf der an­deren, der Nord­seite, die Stal­lungen und Wirt­schafts­räume lagen. 1892 konnten die neuen Schulen be­zogen werden.

Mit dem alten Dep­pen­dorfer Schul­ge­bäude war man trotz ge­sun­kener Schü­ler­zahl bald nicht mehr zu­frieden. In der Schulchronik für das Jahr 1893 heißt es:

"Die Un­zweck­mä­ßig­keit der Schul­zimmer und die Be­schränkt­heit der Wohn­räume machten den Neubau eines Schul­hauses not­wendig. Die hohen Opfer, welche ein Neubau for­dert, ließen die zum grö­ßeren Teil we­niger leis­tungs­fä­hige Ge­meinde zö­gern, der immer drin­gender wer­denden For­de­rung der Kö­nig­li­chen Re­gie­rung zu ent­spre­chen, bis end­lich im Sommer dieses Jahres mit der Sache Ernst ge­macht wurde. Das alte Schul­haus (heute Dep­pen­dorfer Straße 151 ) nebst einem Schef­fel­saat Land incl. Haus­platz und Ho­fraum wurde für 5800 Mark an den Schmied Mils­mann ver­kauft. Im Sep­tember wurde mit dem Neubau, der zu 24000 Mark incl. He­cken- und Obst­bau­man­pflan­zung ver­an­schlagt war, unter Lei­tung des Ar­chi­tekten Go­se­brink, Wer­ther, nach dem von ihm an­ge­fer­tigten und von der Kö­nig­li­chen Re­gie­rung zu Minden ge­neh­migten Plan be­gonnen. Mau­rer­meister Bült­mann, Wer­ther, hatte die Mau­rer­ar­beiten, Zim­mer­meister Mön­kemöller, Dep­pen­dorf, hatte die Zim­mer­ar­beiten und mit ihm die Tisch­ler­meister Kemper, Dep­pen­dorf, und Hüt­temann, Nie­der­dorn­berg, die Tisch­ler­ar­beiten, Nie­meier, Nie­der­dorn­berg, die Glaser- und An­strei­cher­ar­beiten, Reip­schläger und Milz­mann die Schlosser- und Schmie­de­ar­beiten er­halten. Die Aus­schach­tung der Kel­ler­räume ist von den Heu­er­lingen und Neu­bauern der Ge­meinde unent­gelt­lich ge­schehen, wäh­rend die Ko­lone den Sand, ca. 30 Fuder, welche Kolon Meyer zu Wen­disch­hoff unent­gelt­lich ge­lie­fert, her­an­fuhren. Auf diese Weise ist ein nicht ge­ringer Teil der Bau­kosten ge­spart und selbst ver­dient worden. Mitte No­vember konnte der Grund­stein ge­legt werden, an wel­cher Feier die Bau­kom­mis­sion..., die Glieder der Ge­mein­de­ver­tre­tung, die Hand­werker und die Lehrer mit Schü­lern sich be­tei­ligten 8am Spiel­platz an der We­stecke). Der Winter 1893/94 war so milde, dass an dem Bau un­un­ter­bro­chen ge­ar­beitet werden konnte....An­fang Au­gust des Jahres stand das schöne ge­räu­mige Schul­haus als ein ehernes Zeugnis für die Op­fer­wil­lig­keit der Ge­meinde glück­lich da - ohne jeg­li­chen Un­fall voll­lendet."

Am 15. Ok­tober 1894 fand die Schu­lein­wei­hung statt. Dazu die Schulchronik:

"Nachdem von der alten Schule mit einem Lied Ab­schied ge­nommen war, er­folgte vor dem neuen Schul­haus, das mit Fahnen, Gir­landen und Kränzen fest­lich ge­schmückt war, die Über­gabe des Schlüs­sels an den Lehrer Schäfer. Im ersten Klas­sen­zimmer wurde die Ein­wei­hungs­feier ge­halten, welche Lehrer Schäfer mit Ge­sang und An­sprache er­öff­nete, in wel­cher er auf die Be­stim­mung der Schule als ein Ort reiner Lehre und weiser Zucht hin­wies. Die Fest­rede hielt Herr Pastor Vethake in be­her­zi­gender Weise. Herr Amt­mann Land­graf hob in seiner ker­nigen Rede die Volks­ideale hervor, welche die Schule zu pflegen habe und schloss mit einem be­geis­tert auf­ge­nom­menen 'Hoch' auf den Kaiser. Im Laufe der Feier sangen die Schüler pas­sende Lieder. Darauf wurden sämt­liche Schul­kinder in der alten Schule auf Kosten der Ge­meinde Lind die Er­wach­senen im zweiten Klas­sen­zimmer der neuen Schule gegen Zah­lung von 50 Pfg. à Person mit Ku­chen und Kaffee be­wirtet."

1899 er­hielt das Schul­ge­bäude einen Glock­en­turm. Damit wurde ein alter Wunsch der Be­völ­ke­rung er­füllt, die seit 1894 im alten Schul­haus ge­la­gerte Glocke wieder zu nutzen. Die Bau­kosten von 400 Mark wurden von einem alten Schüler der Dep­pen­dorfer Schule, W. Kerk­siek aus Essen, ge­spendet. Nach fünf­jäh­riger Pause er­klang die Glocke wieder als Schul-, Bet- und To­ten­glocke, leider nur für 18 Jahre. Im Kriegs­jahre 1917 musste sie ab­ge­geben werden. Kolon Gu­stav Eick­hoff, Dep­pen­dorf Nr. 10, war der letzte, den sie mit ihren Klängen zur letzten Ruhe be­glei­tete. (14)
Nach dem Kriege be­mühte man sich um eine neue Glocke. Lehrer Blo­ten­berg sam­melte in der Schul­ge­meinde 5610 Mark. Der Ge­mein­de­vor­steher Meyer zur Mü­de­horst fuhr nun mit ihm im Ok­tober 1921 zur Glo­cken­gie­ßerei Hum­pert, Brilon, um eine Glocke zu kaufen. Sie sollte in vier Mo­naten ge­lie­fert werden. Aber sie kam nicht. Der Wert des ge­sam­melten Pa­pier­geldes ver­fiel, da­gegen stieg der Me­tall­preis um ein Mehr­fa­ches. Die Firma Hum­pert bat um Ver­län­ge­rung des Lie­fer­ter­mins. End­lich kamen im Juli 1922 Glocke und Rech­nung. Die Rech­nung be­trug 4752,50 Mark. In Dep­pen­dorf und Schröt­ting­hausen war die Freude groß. Schmie­de­meister Mils­mann und Zim­mer­meister Mön­kemöller hängten die neue Glocke in das Schul­türm­chen. Am 21. Au­gust 1922 wurde sie fei­er­lich ein­ge­weiht.

Um 1958 ent­schloss man sich, in den Ge­meinden Schröt­ting­hausen und Nie­der­dorn­berg-Dep­pen­dorf wieder wie in alten Zeiten eine ge­mein­same Schul­po­litik zu be­treiben. Der Schul­ver­band Nie­der­dorn­berg-Dep­pen­dorf-Schröt­ting­hausen ent­stand. Es wurde der Neubau einer ge­mein­samen Zen­tral­schule für ganz Schröt­ting­hausen und Nie­der­dorn­berg-Dep­pen­dorf ge­plant, und zwar an der Straße Horst­kot­ter­heide. (14) Die Schule Dep­pen­dorfer Straße 147 wollte man vor­erst be­stehen lassen. Jede der beiden Schulen sollte etwa die Hälfte der Schul­klassen auf­nehmen.
Am 16.12.1960 wurde die neue Schule an der Straße Horst­kot­ter­heide ein­ge­weiht.

Als 1966 die Volks­schulen in ei­gen­stän­dige Grund- und Haupt­schulen auf­ge­teilt wurden, mussten die Haupt­schüler von Schröt­ting­hausen und Nie­der­dorn­berg-Dep­pen­dorf die Haupt­schule Dorn­berg in Ba­ben­hausen be­su­chen. Die Neu­or­ga­ni­sa­tion machte das Schul­ge­bäude Dep­pen­dorfer Straße 147 über­flüssig. Es wurde als Ge­mein­schafts- bzw. Wohn­haus ge­nutzt. Die Schule Horst­kot­ter­heide 22 baute man weiter aus.


Schul­ge­meinde, Schul­status und Schul­or­gane

Schule und Bau­er­schaft Dep­pen­dorf sowie die Bau­er­schaft Nie­der­dorn­berg ge­hörten zur Kir­chen­ge­meinde Dorn­berg (Pfarrer und Schu­l­in­spektor Tie­mann) und zum Amt Dorn­berg (Amt­mann von De­wald) im Kreise Bie­le­feld. Die Bau­er­schaften Schröt­ting­hausen und Häger ge­hörten zur Kir­chen­ge­meinde Wer­ther (Pfarrer Eg­ger­ling und Maß­mann) und zum Amt Wer­ther (Amt­mann Ri­ensch) im Kreise Halle.

Mit­glieder des Dep­pen­dorfer Schul­vor­stand waren 1876:

1. Pfarrer und Schu­l­in­spektor Tie­mann, Dorn­berg,
2. Amt­mann von De­wald, Dorn­berg,
3. Kolon Schade, Dep­pen­dorf Nr. 3,
4. Kolon Nie­der­beck­mann, Nie­der­dorn­berg Nr. 6 (Stell­ver­treter),
5. Kolon Hei­ning, Schröt­ting­hausen Nr. 4 (Vor­steher),
6. Kolon Nie­der­horst­kotte, Schröt­ting­hausen Nr. 18 (Stell­ver­treter),
7. Pfarrer Eg­ger­ling, Wer­ther,
8. Pfarrer Maß­mann, Wer­ther, 9. Amt­mann Ri­ensch, Wer­ther.

1884 trat der Lo­kal­schu­l­in­spektor und Pfarrer Tie­mann in den Ru­he­stand. Sein Nach­folger wurde der Sohn des Leh­rers Vethake aus Pa­vens­tedt bei Gü­tersloh, Pastor Vethake. Als er 1912 in den Ru­he­stand trat, wurde Pastor Otten aus Olpe sein Nach­folger.

1919 setzte man an­stelle der geist­li­chen Orts­schu­l­in­spek­toren Schul­räte ein. Hinzu kamen El­tern­bei­räte. Ein­zel­heiten sind den ent­spre­chenden Ab­schnitten über die Schulen Kirch­dorn­berg und Ba­ben­hausen zu ent­nehmen.

Ab 1934 bil­deten die El­tern der Schüler die "Schul­ge­meinde". Aus der El­tern­schaft hatte der Lehrer drei "Ju­gend­walter" zu er­nennen, zwei Väter und eine Mutter, die in "cha­rak­ter­li­cher und po­li­ti­scher Hin­sicht den An­for­de­rungen" des da­ma­ligen Staates ent­spra­chen. Ihrer Be­ru­fung musste der "Orts­grup­pen­leiter" der NSDAP zu­stimmen. In Dep­pen­dorf war das nicht pro­blemlos. Im Schul­jahr 1939/40 for­derte der Orts­grup­pen­leiter, der in Ue­ren­trup wohnte, nur Mit­glieder der NSDAP als Ju­gend­walter zu er­nennen. In der Ge­meinde Nie­der­dorn­berg-Dep­pen­dorf gab es aber nur 12. Von ihnen hatten aber acht keine Kinder in der Schule. Frauen waren unter den Par­tei­ge­nossen nicht ver­treten. Drei Par­tei­ge­nossen lehnten die Mit­ar­beit aus Zeit­gründen ab.

Von den 35 El­tern­paaren ent­spra­chen somit 32 "in cha­rak­ter­li­cher und po­li­ti­scher Hin­sicht nicht den An­for­de­rungen, die an einen Ju­gend­walter im na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Staate ge­stellt wurden. Sie waren somit für das Amt des Ju­gend­wal­ters un­brauchbar", so die viel­sa­gende An­mer­kung des Leh­rers Blo­ten­berg in der Schulchronik.

Mit Be­ginn des Schul­jahres 1960/61 wurden die Schulen Schröt­ting­hausen-Ost und Schröt­ting­hausen-West auf­ge­löst. 1966 kam auch für die Schule Dep­pen­dorf, Dep­pen­dorfer Straße 147, der letzte Schultag. Für künf­tige Grund­schüler stand die Schule Horst­kot­ter­heide zur Ver­fü­gung. Haupt­schüler mussten die Haupt­schule Dorn­berg in Ba­ben­hausen und ab 1990 die Haupt­schule in Jöl­len­beck be­su­chen. Aus­nahmen wurden ge­stattet, wenn eine an­dere Haupt­schule ver­kehrs­mäßig besser zu er­rei­chen war. So ist es heute noch.

 

Die Lehrer

Zwei Leh­rer­ge­ne­ra­tionen der Fa­milie Großen­heider und der Lehrer Bei­der­becke leis­teten Pio­nier­ar­beit.

Nach der Chronik der Schule Dep­pen­dorf er­teilte Schul­meister Jo­hann Chri­stoffer Großen­heider im Jahre 1753 den ersten Schul­un­ter­richt.

In der im Jahre 1824 fer­tig­ge­stellten neuen Schule (heute Dep­pen­dorfer Straße 149) war wie­derum ein Lehrer Großen­heider tätig. Es war der Sohn des ein­gangs ge­nannten Schul­meis­ters. Sein Nach­folger wurde 1840 Lehrer Bei­der­becke. Nä­here An­gaben über sein Wirken ent­hält der am Schluss dieses Ab­schnittes ab­ge­druckte Auf­satz "Leben und Sterben des Hein­rich Bei­der­becke in Dep­pen­dorf', der im l. Band "Zeugen und Zeug­nisse aus Minden-Ra­vens­berg" von W. Hei­en­brok sen. er­schien. Er wurde von dem Dep­pen­dorfer Lehrer Ka­s­trup um 1927 ge­schrieben und schil­dert sehr an­schau­lich die frü­heren Ver­hält­nisse in der Bau­er­schaft Dep­pen­dorf Lehrer Bei­den­becke be­wirkte, dass sich die Er­we­ckungs­be­we­gung in Dep­pen­dorf aus­brei­tete. In den üb­rigen Dorn­berger Ge­meinden hat das der Dorn­berger Pastor Stoy, ein ehe­ma­liger Of­fi­zier und eine starke Per­sön­lich­keit, zu ver­hin­dern ge­wusst. Von diesem Pastor wurde noch zu Be­ginn des 20. Jahr­hun­derts er­zählt, dass er häufig ab 22 Uhr Wirts­hauspa­trouillen machte, auf der er die ge­füllten Schnaps­gläser mit einem Spa­zier­stock von den Ti­schen fegte, unter denen sich die späten Ze­cher ver­steckt hatten. (1)

Lehrer Bei­der­becke starb am 21. Ok­tober 1850. Sein Nach­folger wurde Lehrer Nie­der­meier, der am 13. Juli 1873 sein 50­jäh­riges Dienst­ju­bi­läum feiern konnte.

Ihm folgte am 1. De­zember 1875 als "Erster Lehrer" Carl Prinzlau, der von War­burg nach Dep­pen­dorf ver­setzt wurde und am 2. Ja­nuar 1876 die Chronik der Schule Dep­pen­dorf be­gann. Unter ihm waren fol­gende Lehrer in Dep­pen­dorf tätig:

Leh­rerin So­phie Nie­der­meier. Tochter des ver­stor­benen Leh­rers Nie­der­meier,
Leh­rerin Anna Schier­kamp,
Lehrer Wulf­meyer, Halle,
Leh­rerin Adele Ol­der­mann, Gü­tersloh,
Lehrer Carl Kramer aus Exter, er musste den Schul­dienst ver­lassen, weil er zur "Wie­der­ho­lungs­prü­fung" nicht an­trat,
Lehrer Wil­helm Wömmel aus Las­horn,
Leh­rerin Prinzlau (Ehe­frau des Leh­rers Prinzlau) als Hand­ar­beits­leh­rerin,
Lehrer Luis Mei­nert aus Ro­thenuf­feln bei Berg­kir­chen.

Am 23. April 1884 verstarb Lehrer Prinzlau. Wäh­rend seiner letzten Le­bens­jahre musste er wie­der­holt aus "ge­sund­heit­li­chen" Gründen seine Tä­tig­keit un­ter­bre­chen. In der Schulchronik: heißt es:

"Leider hatte sich Herr Prinzlau seit Jahren dem Trunke er­geben und die guten An­lagen und Gaben, die ihm zu Ge­bote standen, wurden nicht im Dienst der Schüler ver­wertet. Durch den Fall Kramer (An­mer­kung: Er schied wegen Un­fä­hig­keit aus dem Schul­dienst) und durch diese Lei­den­schaft war die Schule in er­zieh­li­cher wie un­ter­richt­li­cher Seite sehr zu­rück­ge­kommen. Die Witwe Prinzlau zog dann am 1. Juli 1884 mit ihren drei noch le­benden Kin­dern zu ihren El­tern nach War­burg."

Lehrer Ka­s­trup voll 1884 bis 1892 und
Lehrer Schäfer von 1892 bis 1905 Schul­leiter in Dep­pen­dorf

Lehrer Ka­s­trup, Nach­folger des Leh­rers Prinzlau, war nicht nur ein tat­kräf­tiger Schul­mann, er grün­dete auch den Christ­li­chen Jung­frau­en­verein in Dep­pen­dorf und ver­fasste den be­reits er­wähnten Ar­tikel über den Lehrer Bei­der­becke.

Wäh­rend seiner Dienst­zeit waren in Dep­pen­dorf die nach­ste­henden Lehrer tätig:

1. Lehrer Tön­sing, der später nach Theesen ver­setzt wurde,
2. Lehrer Weege aus Bie­le­feld,
3. Lehrer Speck­mann,
4. Lehrer Nie­der­schelp,
5. Lehrer Strang­meyer,
6. Lehrer Weiß­mann aus Neu­en­kir­chen bei Melle.

Nach Er­öff­nung der Schule Schröt­ting­hausen-Ost im Jahre 1892 wurde Lehrer Ka­s­trup dort Schul­leiter. Sein Nach­folger in Dep­pen­dorf wurde am 1. Ok­tober 1892 der Lehrer Schäfer. Am 1. Ok­tober 1905 wurde er nach Sun­dern bei Gü­tersloh ver­setzt. Sein Nach­folger wurde Lehrer Blo­ten­berg aus Weh­ren­dorf.

Erster Lehrer Blo­ten­berg un­ter­rich­tete 42 Jahre in Dep­pen­dorf

Lehrer Blo­ten­berg wurde am 18. Ok­tober 1905 durch den Orts­schu­l­in­spektor Vethake im Bei­sein der Schul­vor­steher Schade und Krons­bein in sein Dep­pen­dorfer Amt ein­ge­führt,

Unter ihm waren fol­gende Lehrer tätig:

Lehrer Ha­ge­dorn,
Lehrer Gro­ne­meyer,
Lehrer Wil­helm Tie­mann,
Lehrer Strenge aus Hengsten bei Hörde,
Lehrer Holt­höfer aus Her­ford,
Leh­rerin Luise Well­mann,
Lehrer Walter Eh­lert,
Lehrer Wel­scher, Theesen,
Lehrer Schee­meyer,
Lehrer Sa­murey

Lehrer Blo­ten­berg um 1935 mit seinen Dep­pen­dorfer Schü­lern

 

 

Obere Reihe von links: Lie­ber­ge­sell, Lyschatz, Hugo Voß, Her­bert Voß, Gu­stav Re­ckert, Meyer, un­be­kannt, Willi Ron­siek, Lehrer Blo­ten­berg.
Zweite Reihe von oben: Bit­sching, da­hinter Hand­ar­beits­leh­rerin Frau Gerdes, An­ne­marie Mön­kemöller, Gerda Heid­b­reder, Paula Heid­b­reder, Emma Heid­b­reder, Paula Fro­der­mann, Erika Meyer zu Wen­disch­hoff, Ma­ri­anne Meyer, Frau Blo­ten­berg.
Dritte Reihe von oben: Emma Die­mann, He­lene Lyschatz, Lie­ber­ge­sell, FRieda Heid­b­reder, Wilma Mar­quard, Elli Hüt­temann, Edith Lie­ber­ge­sell.
Vierte Reihe von oben: Walter Bart­ling, Otto Dieck­mann, Kinds­grab, Schnelle, Heinz Pann­horst, Wil­helm Lücking, Her­mann Re­ckert, Re­decker, Helmut Sie­fert, Emil Tie­mann.
   
Lehrer Blo­ten­berg wurde am 30. März 1947 pen­sio­niert. Er starb am 8.9.1952. Seine An­mer­kungen und Auf­sätze in der Schulchronik lassen er­kennen, dass er auf­richtig, pflicht­be­wusst, be­fä­higt und mit großer Liebe zu seinen Schü­lern den Lehr­er­beruf aus­übte.

Sein Nach­folger wurde 1947 Lehrer Kurt Sa­murey. Er wurde zum 1. April 1953 als Re­al­schul­lehrer an die Falk-Re­al­schule in Bie­le­feld ver­setzt. Für ihn kam der Lehrer Franz Schmolke, der von 1963 bis 1967 auch Bür­ger­meister von Nie­der­dorn­berg-Dep­pen­dorf war. Er starb am 8.7.1967.

 

Aus dem Schulalltag

Die Volks­zäh­lung am 1.12.1880 ergab für Dep­pen­dorf 252 Ein­wohner, für Nie­der­dorn­berg 120 und für Schröt­ting­hausen 819, zu­sammen 1391 Ein­wohner. 1885 zählte die Ge­meinde Nie­der­dorn­berg-Dep­pen­dorf 78 be­wohnte Häuser.

Der Hei­ligabend 1884 wurde - wie all­jähr­lich - mit den Schü­lern und ihren El­tern auf der Diele des Kolon Ober­horst­kotte (heute Wulf­meyer, Schloß­straße 11, Schröt­ting­hausen) ge­feiert. "Ein großer Weih­nachts­baum war mit Kerzen ge­schmückt", heißt es in der Schulchronik, "weil nicht alle Kinder im El­tern­haus einen Christ­baum hatten." Wäh­rend der Feier wurde vom Kolon Ober­horst­kotte im Auf­trag der Ge­meinde dem Lehrer Ka­s­trup für seine Schule ein Har­mo­nium unter der Be­din­gung ge­schenkt, dass es nur zu christ­li­chen Zwe­cken ge­nutzt werden dürfe. Lehrer Ka­s­trup hatte sechs Wo­chen vor Weih­nachten einen christ­li­chen Jung­frau­en­verein ge­gründet. Für diesen Verein und für die Schule hatten die Mit­glieder der Schul­ge­meinde 180 Mark zur An­schaf­fung des Har­mo­niums ge­spendet. Es sollte den christ­li­chen Ge­sang för­dern.

Im glei­chen Jahr wurde am Tage des Dorn­berger Jahr­marktes (15. Juli) für die Dep­pen­dorfer, Nie­der­dorn­berger und Schröt­ting­hauser Schüler auf dem Hofe der Ko­lonin Eick­hoff in Nie­der­dorn­berg (heute Möl­len­brock, Dep­pen­dorfer Straße 88) ein Kin­der­fest ver­an­staltet. "Da­durch sollten die Kinder vor den Ge­fahren des Jahr­marktes be­wahrt bleiben", heißt es in der Schulchronik. Und weiter: "Mit Kränzen und Fahnen ge­schmückt zogen die Kinder von der Schule zum Hof Eick­hoff. Dort wurden sie mit Spielen und Ge­sängen er­freut und mit Sem­meln und Li­mo­nade er­quickt. Abends hielt Pastor Vethake eine kleine An­sprache. Die Kinder waren viel ver­gnügter, als es auf der Dorn­berger Kirmes der Fall ge­wesen wäre."

Um die Jahr­hun­dert­wende ge­hörte es in Dep­pen­dorf noch zu den Auf­gaben des Leh­rers, die Lei­chen "zu be­singen". Der Lehrer ging mit Schü­lern zum Be­er­di­gungs­termin in das Trau­er­haus. Die Kinder sangen wäh­rend der Trau­er­feier, ebenso auf dem Wege zum Friedhof Bei der Feier im Trau­er­hause wurde der Le­bens­lauf' des Toten ver­lesen, den der Lehrer vor­be­reitet hatte. Das "Be­singen" er­hielten Lehrer und Schüler be­zahlt. Zu­sätz­lich be­kamen die Kinder ein Bröt­chen und der Lehrer eine Fülle Bier aus dem Eimer. Die Zahl der be­tei­ligten Schüler be­stimmte die Trau­er­fa­milie. ( 14)

Hö­he­punkte im Ab­lauf des Schul­jahres waren ver­schie­dene Schul­feste, die vom Zeit­geist des 19. Jahr­hun­derts be­stimmt waren, z.B. das Se­dan­fest am 2. Sep­tember zur Erin­ne­rung an die Schlacht bei Sedan im Krieg 1870/71 oder der Ge­burtstag des Kai­sers. Der Ab­lauf dieser und ähn­li­cher Feiern wurde be­reits im Ab­schnitt "Die Schule in Kirch­dorn­berg" be­schrieben.

Am 18. Mai 1911 wurde das Dep­pen­dorfer Sprit­zen­haus durch Amt­mann Stenzel ein­ge­weiht. Vorher war die Spritze in der Schule un­ter­ge­bracht. Das Sprit­zen­haus stand nörd­lich der Ecke Dep­pen­dorfer Straße / Schloß­straße.

Der so­ge­nannte "Prü­ge­lerlaß" vom 29. März 1928 soll sich für die Dep­pen­dorfer Schule übel aus­ge­wirkt haben, so die Schulchronik. Der Er­lass schrieb vor, dass es dis­zi­pli­na­risch zu ahnden sei, wenn Mäd­chen kör­per­lich ge­straft, Kinder im 1. und 2. Schul­jahr ge­schlagen oder bei Un­auf­merk­sam­keit oder man­gel­haften Leis­tungen kör­per­liche Züch­ti­gungen er­folgten. In der Schulchronik schreibt Lehrer Blo­ten­berg dazu: "Ich hatte vorher beim ersten und zweiten Jahr­gang Helfer unter den grö­ßeren Schü­lern. Sie übten das Lesen, das Rechnen und das Schreiben, son­der­lich bei den Schwa­chen unter den Ler­n­an­fän­gern. Dazu war eine strenge Dis­zi­plin nötig. Mit leichten Kläpsen dann und wann war das leicht und immer zu er­rei­chen. Heute ist nichts zu ma­chen. Ein Junge - sechs Jahre - rief mir zu: 'Du darfst mich nicht schlagen!' Der Vater eines Mäd­chens, das wegen bösen Un­ge­hor­sams Prügel be­kommen hatte, zeigte mich bei der Staats­an­walt­schaft an. Das Mäd­chen war sehr schwer zu er­ziehen, es heulte täg­lich vor Wut und hatte fort­lau­fend Streit mit an­deren Schü­lern. Als sie ein paar Prügel kriegte, weil sie einen sie­ben­jäh­rigen Jungen mit dem Zei­ge­stock be­ar­beitet hatte, strich sie in der fol­genden Pause die Ärmel hoch und äu­ßerte zu den Mit­schü­lern, hof­fent­lich wären die Streifen noch sehen, wenn sie zu Haus an­komme, damit der Vater mich an­zeigen könne."

"Zwei Jungen ma­chen ihre Schul­ar­beit nur selten. Der eine schrieb Auf­sätze, die er in Rein­schrift ein­tragen sollte, von seinem Ne­ben­mann ab, weil er sie in der Kladde nicht hatte. Es leuchtet ohne wei­teres ein, dass da die Leis­tungen zu­rück­gehen. Einmal schnappten zwei sie­ben­jäh­rige Jungen einen kleinen Knirps, hielten ihm eine Wespe auf die Wange, bis sie stach. Der Junge bekam ein furchtbar dickes Ge­sicht. Die beiden Übel­täter mussten ohne Strafe bleiben."

1934 wurde in die Schulchronik ein­ge­tragen: "Durch den Dienst in der HJ (Hitler-Ju­gend) wurde die Schul­ar­beit viel­fach er­heb­lich ge­stört, zwei Nach­mit­tage in der Woche mussten ar­beits­frei bleiben, hier waren es sogar drei Tage, an denen die in der HJ bzw. BDM (Bund Deut­scher Mäd­chen) or­ga­ni­sierten Schüler mit Er­le­di­gung häus­li­cher Ar­beiten nicht be­lastet werden durften. Vie­ler­orts kam es zwi­schen Schule und Lei­tung der HJ und dem BDM zu Mei­nungs­äu­ße­rungen, die dem Dritten Reich un­liebsam waren und die Ar­beit an der Ju­gend nicht för­derten. Dann wurde der Staats­ju­gendtag im Jahre 1934 ein­ge­führt. Alle Jungen und Mäd­chen, die der HJ oder dem BDM an­ge­schlossen waren, durften sonn­abends den Schul­un­ter­richt nicht be­su­chen, auch dann nicht, wenn sie an diesem Tage keinen Dienst hatten. hier hatte man eine selb­stän­dige Jun­gen­schaft ein­ge­richtet. Führer war ein Schüler, der sitt­lich nicht ein­wand­frei war. Die El­tern gaben ihre Kinder nur un­gern in diese Ein­rich­tung und stellten die Be­din­gung, dass der Lehrer tat­kräftig mit­ar­beiten möchte. Das tat er. Doch dieser Ar­beit an der Ju­gend wurde durch Schreiben des Orts­grup­pen­lei­ters ein Ende ge­macht. Er schrieb: „Wie ich von dem Führer der Hitler-Ju­gend er­fahren habe, haben Sie bei ihrem letzten Übungs­abend in der Schule Zu Dep­pen­dorf Vor­le­sungen ab­ge­halten und ein Lied ein­geübt. Ich bitte Sie, in Zu­kunft davon Ab­stand zu nehmen, da laut Füh­rer­an­ord­nung die Ju­gend sich selbst er­ziehen soll!“

Zum Schulalltag wäh­rend des Zweiten Welt­krieges und in den Nach­kriegs­jahren wird auf die Ab­schnitte "Schule Kirch­dorn­berg" und "Schule Ba­ben­hausen " ver­wiesen.

Quelle: Anno 1694 in Kirch­dorn­berg
  Schule hat be­gonnen
  300 Jahre Dorn­berger Schulen, Seite 91 - 118
  © Erich Jör­ding, Bie­le­feld 1994

 

Mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung: Ul­rike Jör­ding, ull­ Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

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